| Nachruf |
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Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir zur Kenntnis genommen, daß Herr Hans-Peter Heinen, geb. 5. 11. 1943, am 8. 1. 2004 im Alter von 60 Jahren plötzlich und unerwartet verstarb.
Hans-Peter Heinen war einer der erfolgreichsten Trakehner Züchter der Nachkriegszeit. Aus seinem zusammen mit seiner Frau Lieselotte geführten Gestüt in Issum-Bönninghardt stammten der Elitehengst Michelangelo, die Siegerhengste Kennedy und Monteverdi und die gekörten Hengste Guy Laroche, Camelot, Kronjuwel, Gipsy King, Miami Vice und Kensington.
Sein größter Erfolg war die Trakehner Körung 1991, wo neben dem Siegerhengst Kennedy, der nach wie vor teuerster in Neumünster verkaufter Hengst aller Zeiten ist, zwei weitere Hengste aus seiner Zucht gekört wurden.
Unvergessen bleibt auch die Trakehner Landesschau unseres Zuchtbezirks 1988, wo das Gestüt Heinen-Bönninghardt neben der Landessiegerstute Miami von Matador drei weitere Jahrgangssiegerinnen stellte. Noch vor einigen Wochen hat Herr Heinen mir versprochen, Miami auf der diesjährigen Landesschau noch einmal zu zeigen.
In neuerer Zeit lieferte sein Gestüt mehrere hoch erfolgreiche Sportpferde, zu erwähnen ist Graziela TSF als erfolgreichstes Trakehner Fahrpferd und der in der Dressur bis Grand Prix erfolgreiche Monteverdi.
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Hans Peter Heinen war schon zuvor als Vogelzüchter erfolgreich, 1977 und 1979 wurde er Weltmeister und Vize-Weltmeister in der Kanarienvogelzucht.
Sein Erfolgsrezept in der Trakehner Zucht war die mit großer Passion betriebene Linienzucht mit über lange Zeit konsequent verbesserten Stutenlinien und nachfolgender, scharfer Selektion unter den Nachkommen insbesondere auf Exterieur und Rassetyp. In seinem Gestüt wurden u. a. die Familie der Mira, die Dohna'sche K-Familie, die Familie der Gundula und Synkope gepflegt.
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Herr Heinen war in der Zeit von 1988 bis 1994 Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Trakehner Verbandes,
bis 1991 als Beisitzer, danach als stellvertretender Vorsitzender. Seine Arbeit für den Verband fiel in eine Zeit der wirtschaftlichen und züchterischen Blüte des Verbandes, nicht zuletzt durch seine engagierte Mitarbeit. Aktuell war er Mitglied der Widerspruchskommission (2. Körkommission) des Trakehner Verbandes.
An dieser Stelle dürfen einige persönliche Anmerkungen nicht fehlen. Ich lernte Herrn Heinen 1987 durch meine Tätigkeit als Krankenhausarzt kennen. Nach einem Gespräch über meine Absicht, mit der Pferdezucht zu beginnen, lud er mich spontan zu einer Besichtigung seines Gestüts ein. Sein Vorbild, die Qualität und Ausstrahlung seiner Pferde und sein fester Glaube an ein entwicklungsfähiges Potential im Trakehner Pferd haben entscheidend dazu beigetragen, daß meine Frau und ich sich entschlossen hatten, Trakehner zu züchten. Er war uns über einen langen Zeitraum ein objektiver und kritischer Ratgeber, von dem wir viel gelernt haben. Sein Rat wird uns sehr fehlen.
Herr Heinen ertrug seine schwere, chronische Erkrankung mit Humor und großer Geduld. Oft habe ich persönlich erlebt, daß es gerade seine Perspektiven und Visionen in der Zucht waren, die ihm hierfür Kraft und Energie gaben.
Hans-Peter Heinen hat durch seine herausragende züchterische Leistung bleibenden Einfluß auf unsere Zucht genommen und zur Verbesserung und Modernisierung des Trakehner Pferdes wesentlich beigetragen. Er ist von uns gegangen, aber sein Lebenswerk wird in unserem Pferd überdauern.
K. P. Kuhlemann
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